Dienstag, 20. Oktober 2015
Wie alles anfing
Eine ganz persönliche Schachgeschichte
Folge 1:
Das Schachspielen beigebracht hat mir ein rundlich-gutmütiger Onkel aus dem Mühlheimer Verwandtenkreis meines Stiefvaters. Wahrscheinlich dauerte ihn meine Langeweile bei diesen gelegentlichen sonntäglichen Treffen, wo ich mit meinen 8 Jahren doch kein allzu großes Interesse an den Erwachsenengesprächen hatte.
So groß die Herzensgüte dieses Onkels auch gewesen sein mag, mit seinen Spielkünsten war aber es nicht allzuweit her, so dass ich schon recht bald meistens gewann.
Dies erweckte wohl die Aufmerksamkeit meines Sriefvaters, so dass er zuhause ein Schachspiel zutage förderte und mich herausforderte. Nach zwei vernichtenden Niederlagen warf er das Handtuch, schenkte mir das Schachspiel und meldete mich in dem Höseler Schachverein an. Einzige Bedingung: Vor dem sonntäglichen Spielen in der Dorfkneipe musste ich zuvor den Gottesdienst in der gegenüberliegenden katholischen Kirche besuchen.
Nein, die Vermutung, dass mein Stiefvater damals ein strenggläubiger Katholik gewesen sei, ist vollkommen falsch. Er war nichtgläubig, aber der Ansicht, dass eine katholische Glaubens-Erziehung mir nicht schaden würde. Ein bißchen seltsam fand ich das schon, aber hinterfragte es auch nicht weiter.
Und so ließ ich Sonntag für Sonntag – die damals aus meiner Sicht - recht langweiligen Gottesdienste über mich ergehen, um dann mit um so größerer Begeisterung die Strassenseite zu wechseln und in einem großen, recht dunklen Hintersaal der Dorfkneipe mit alten, meist Zigarre rauchenden Männern die „Püppchen“ über das Schachbrett zu schieben
(Fortsetzung folgt)
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