Letztens baute ich folgende Stellung am Demobrett auf und wies auf den Tg6 hin: "Ist das eher ein aktiver oder eher ein passiver Turm?"
Ein Moment Schweigen und dann kam die etwas überraschende Antwort:"Also der hat noch Luft nach oben!"
Also ich denke, dass man dies hätte kaum passender formulieren können :-)
Grefe - Torre
(Cleveland 1975)
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In der Tat ist es so, dass der Turm im Moment trotz der halboffenen g-Linie eine eher passive Rolle spielt. Ein Turm braucht halt offene Linien, um so richtig zur "Hochform" aufzulaufen.
Und hier zögerte der Schwarzspieler nicht, sich eine offene Linie zu verschaffen:
27. ... h5!
Nun wird sich entweder die g-oder h-Linie öffnen!
28. Te3 h4!
Jetzt oder nie! Andernfalls spielt Weiss im nächsten Zug selber h4
29. Kb3 !?
Entschließt sich die h-Linie sich öffnen zu lassen.
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[Die Alternative war:
29. gxh4 Tg4! ( Der "aktive" Turm ...) 30. Th3 Txf4 ( .... erobert den wichtigen f-Bauern) 31. h5 Tg4 ( Der Turm kehrt zurück ...) 32. h6 Tg8 33. h7 Th8 ( ... stoppt rechtzeitig und den Freibauern
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Hier ist klar, dass mithilfe des schwarzen Königs der h7-Bauer fallen wird. Der verbleibende h2-Bauer ist keine Kompensation für die drei Freibauern auf der e+ f-Linie.Schwarz steht klar besser ]
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29. ...hxg3 30. hxg3
Jetzt ist die h-Linie aufgegangen
30. ...Th6!
und wird sofort in Besitz genommen
31. Le2 Th1
Und der Turm ist in die weiße Stellung eingedrungen und total "aktiv"!
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