Wie das perfekte Zusammenspiel der Figuren zu einem spielentscheidenden Faktor werden kann , zeigte sich jüngst beim Dortmunder IM-Turnier.
Hier demonstrierte der junge Düsseldorfer Trella ( noch kein IM) , dass er vermutlich zu "Höherem" berufen ist. Hier aus seiner Partie mit Schwarz gegen den ebenfalls noch recht jungen Zelbel
Nach nur wenigen Zügen erreichten sie folgende Stellung:
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Auf den ersten Blick hat man doch eher das Gefühl, dass es sich hier um eine eher remisliche Situation handeln würde. Reduziertes, gleiches Material, Bauernsymmetrie, ungleichfarbige Läufer ...
Bei genauerem Hinsehen aber zeigt sich, dass Schwarz einen kleinen Entwicklungsvorsprung besitzt. Und den weiß er nun wirklich meisterhaft zu nutzen:
15. ....Tc8
Natürlich, Türme gehören auf offene Linien!
16. h3 Lf5 17. Ld2 Tc2 18.Lc3
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18. ...Bd3
dies verhindert erst einmal die kurze Rochade und droht Te2+ nebst Bauerngewinn entweder auf f2 oder b2
19. Td1
Verhindert den direkten Bauerngewinn! 19. ...Te2 20. Kf1 Txb2 ?? 21. Txd3 Tb1+ 22. Le1 und Weiß hätte eine Figur mehr
19. ...Be2!!
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Nur mit diesem Zug weicht Schwarz dem sicheren Remis aus. Andernfalls kommt nach einem Läuferrückzug (beispielsweise nach g6) einfach Td2 und Turmtausch beziehungsweise Zugwiederholung mit Tc1/Tc2 ist unausweichlich
20. Tb1
Der Turm muss weichen. 20. Td2? Tc1+ 21 Kxe2 Txh1 hätte einfach die Qualität gewonnen
20. ... Kd7!
Schwarz entwickelt sich ruhig weiter. Nun soll der bislang inaktive Turm auf die offene e-Linie gebracht werden
21. Ld2 Te8 22. Le3 Ld3!
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Nun droht Materialgewinn mit 23 ... Te2+ und 24. ...Txe3 nebst Lxb1.-
Man kann an diesem Diagram sehr schön erkennen,- insbesondere wenn man es mit dem ersten vergleicht - wie sehr Schwarz seine Figurenspiel aktiviert hat und wie gut die schwarzen Figuren schon zusammenarbeiten.-
Genau der Mangel an aktivem und gutem Zusammenspiel der Figuren ist aber das Problem des Weißen. Ein Problem, was er in dieser Partie auch nicht mehr vollständig gelöst bekommen sollte. Ich werde darauf noch einige Male hinweisen
23. Kd1
Weiß wählt das kleinste Übel. 23. Td1 Te2+ 24. Kf1 Txe3+ 24. Kg1 Te1+ hätte eine Figur gekostet. Jetzt verliert er "nur" einen Bauern!
23. ... Txf2 24. Lxf2 Lxb1
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25. a3 Le4!
Nun zeigt sich, dass die Stellung doch unangenehmer als vermutet ist. Erneut droht nun ein schwarzer Turm über die c-Linie in die weiße Stellung einzudringen
26. Th2!
Weiß entscheidet sich richtigigerweise um die zweite Reihe zu kämpfen
26. .... Tc8 27. g3 Lc2 +
Das Eindringen des Turmes hätte nicht viel gebracht: 27. ...Tc2 28. Bg1! . Entweder tauscht Schwarz in ein remisliches Endspiel oder der Turm muss sich wieder zurückziehen.
28. Ke1
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Aber Schwarz aktiviert nun seine "stärkste" Figur!
28. ...Kc6!!
Im Grunde genommen ist diese Königswanderung hin zu den weißen Bauern am Damenflügel recht logisch. Aber ein psychologische Sperre könnte sein, dass man für einen Zug lang die offne Turmlinie verstellt.
29. Le3 Kb5 30. Tf2 Lg6 31. Kd2 Ka4 32. Kd1 Kb3 33. Lc1
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Man kann hier deutlich erkennen, dass der schwarze Vorteil nicht nur im Mehrbauern, sondern vor allen Dingen in der größeren Figurenaktivität besteht. Alle drei schwarzen Figuren sind am Damenflügel involviert. Und das Feld c2 ist fest in schwarzer Hand!
Weiß dagegen befindet sich nach wie vor in der Verteidigung.
33. ...f6!
Entlastet den Läufer von der Verteidigung des Bauern f7
34. Tf3+
Das treibt den König nach a2, aber das ruhige Abwarten hätte auch nicht unbedingt weitergeholfen: 34. Te2 Le4 35. Tf2 Tc4! 36. Le3 ( 36. Td2?? Lf3+) Lc2+ 37. Kd2 Kxb2 und Weiß hat 2 Bauern mehr und behält nach wie vor die Initiative!
34. ...Ka2 35. Tf2 Kb1
Diese Stellung verdient wohl ein erneutes Diagramm:
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36. Lf4 Lc2+! 37. Kd2 Kxb2
Schwarz hat nun zwei Bauern mehr und nach wie vor das bessere Zusammenspiel der Figuren
38. Ld6 Le4 39. h4 h5 40. Ke3+ Kb3!?
Dies vielleicht der einzige schwarze Zug , der eine leichte Kritik verdient. Hier hätte Schwarz mit einem Turmtausch sofort alles klar machen können: 40. ...Tc2! 41. Txc2 Kxc2
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Das entstehende ungleichfarbige Läuferendspiel mit jeweils einem Mehrbauern auf jedem Flügel sollte für Schwarz gewonnen sein.
Aber auch mit dem Turm auf dem Brett brauchte Schwarz nur noch wenige Züge bis zum Sieg
0:1

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