Samstag, 11. Juli 2009

Das vierte Element : Zusammenspiel der Figuren



Im Schach gibt es vier Hauptelemente, von denen drei allgemein bekannt und offensichtlich sind:


Material, Raum und Zeit

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Man kann dies jetzt noch etwas mehr aufschlüsseln, so dass es total einsichtig wird:

Raum = der Ort des Geschehens, also das Schachbrett

Material = die Figuren

Zeit = die Züge


Man kann dies auch als eine Metapher des menschlichen Lebens verstehen:

Wir als Menschen ("Material") bewegen uns eine Zeitlang ( Zeit) auf der Erde ( Raum)

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Was aber nun ist das vierte Element?

Analog dem menschlichen Leben, wo es das Zusammenleben mit anderen Menschen (und Umwelt) ist , ist es laut GM Suetin, ehemaliger Trainer meherer Weltmeister, das Zusammenspiel der Figuren.

Und diesen Punkt möchte ich nun im Folgenden näher beleuchten

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Weiß am Zuge

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Hier in dieser kleinen Studie mag der erste Eindruck täuschen. Die Eroberung des f-Bauern mittels Sh4 und Sxf5 würde nicht zu einem Gewinn führen, sondern nur zu einem elementaren Remis -Bauernendspiel





Schwarz am Zuge hat die Königsopposition!

(Alternativ könnte Schwarz den Läufer auch für den f-Bauern "aufsparen")

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Der Weg zum Sieg ist ein Anderer. Weiß nutzt die schlechte Stellung des Läufers aus.

1. Kh6!

Dies zwingt den schwarzen König in die Ecke

1. ... Kh8

2. Sh4!!


Wünschenswert für Schwarz wäre nun das Manöver Lg8/ La2/Lb1 . Aber wegen des drohenden Matts durch Sg6 bleibt nichts Anderes übrig als

2. ... Kg8

Wir sehen hier, dass Weiß hier das Zusammenspiel seiner beiden Figuren optimiert, während die beiden schwarzen Figuren sich gegenseitig behindern

3. Sf3 Kh8

4. Se5!



Wiederum arbeitet Weiß mit der Mattdrohung auf g6

4. ... Kg8

5. Sc6! Kh8

6. Se7!




Jetzt muss der Läufer ziehen! Schwarz hat die Wahl zwischen 6. ...Lg8 7. Sg6 matt und 6. Lg6 7. Sxg6 + mit einem gewonnen Endspiel

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Wir sehen an diesem kleinen Beispiel, wie das gute Zusammenspiel der weißen Figuren im Gegensatz zum passiven Figurenspiel des Schwarzen hier zum spielentscheidenden Faktor wurde.-

Was hier im Kleinen gezeigt wurde, gilt natürlich auch im Großen

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