In meinem vorletzten Beitrag habe ich sehr Akiba Rubinstein für sein kristallklares Positionsspiel gerühmt. Habe ich seine Partien in meiner Jugendzeit "geliebt", so habe ich den den letzten Jahren die Partien des 7.Weltmeisters
Vasily Smyslov
für mich als Quelle der Inspiration entdeckt.
Meiner Ansicht nach bestand seine große Kunst darin, eine Partie in ein gewonnenes Endspiel zu vereinfachen. Es gibt etliche Beispiele hierfür. Eines aus dem Jahre 1946 habe ich mir hierfür ausgesucht:
Smyslow -Vidmar
(Groningen 1946)
Dennoch ist die sache nicht ganz so einfach, zumal die ungleichfarbigen Läufer doch eine hohe Remistendenz in sich bergen.-
Symslow`s Plan ist erstaunlich einfach. Er strebt den Abtausch seines ungleichfarbigen Läufers an und hat dabei keine Angst for etwaigen Turmabtäuschen
20. Lf4!
Wegen des Bauern c7 kann Schwarz sich diesem Abtausch nicht entziehen
20. ... h6 21. Sd2!
Wieder sehr gut gespielt. Der Springer strebt nach Tausch auf d6 über c4 (oder e4) eben dahin
21. .. .g5
Vielleicht nicht die beste schwarze Möglichkeit. Aber es ist nicht einfach für Schwarz sich dem genial einfachen Plan des Weißen zu entziehen
22. Lxd6 cxd6 23 Sc4!
| |
23. ...Txe1 24. Txe1 d5 25. Sd6!
Es droht jetzt wirklich unangenehm 26. Te7+
25. ...Kf6 26. Sxf5!
Vereinfachung ...
26. ... Kxf5 27. Te7! Tb8
in ein gewonnenes Turmendspiel. Der aktive Turm und der Mehrbauer sind zuviel des "Guten"!

Hallo Heiner,
AntwortenLöschendas ist ein beachtenswertes Beispiel. Den Springer über d2 nach d6 zu überführen wäre mir nicht im Traum eingefallen. Obwohl es im Nachspielen logisch erscheint :-)
Viele Grüße
Gürkan
Ja, er hat sich nicht nur des ungleichfarbigen Läufers entledigt ,sondern auch noch den "wunden Punkt" (d6)im gegnerischen Lager erspäht.-
AntwortenLöschenIm Übrigen hat er das Turmendspiel auch noch lehrbuch mäßig behandelt, wie ich festgestellt habe.-